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Umweltmedizin
- Diskussion um einen Begriff
Da die Umweltthemen nun einmal einen solch breiten Raum einnehmen,
bürgern sich auch die entsprechenden Begriffe ein, wie Umweltwissenschaft,
Umweltchemie oder Umweltanalytik, Umwelttoxikologie – warum nicht
auch Umweltmedizin? Es gibt viele medizinische Fachdisziplinen, die sich
nicht ausschließlich von den Organen, dem Lebensalter, den therapeutischen
oder diagnostischen Methoden her definieren lassen, wie es z.B. bei der
Augenheilkunde, der Kinderheilkunde oder auch der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
der Fall ist. Die Arbeitsmedizin z.B. befaßt sich speziell mit den
Wechselbeziehungen zwischen beruflicher Tätigkeit und Gesundheit. Die
Infektionskrankheiten haben einen Umweltaspekt, die belebten Noxen sind
schließlich Umwelt. Die Lungenheilkunde "beansprucht" einen
Teil der Umweltmedizin, schließlich gelangen die Luftschadstoffe erst
in die Atemwege, schädigen evtl. diese und dringen dann weiter in den
Körper ein. Auch wir Allergologen haben es ebenfalls mit Umweltfaktoren
zu tun. Innerhalb der medizinischen Fachgebiete ist Umweltmedizin offensichtlich
interdisziplinär, ein Querschnittsfach.
Definition:
Die Umweltmedizin ist der Teil der Medizin, der sich mit den Auswirkungen
der mit Schafstoffen kontaminierten Umwelt auf den menschlichen Organismus
befaßt und in engster Beziehung zur Umwelthygiene steht. Sie ist eine
Weiterentwicklung der vorsorgend tätigen Umwelthygiene und stellt ein
Bindeglied zur kurativ tätigen klinisch-praktischen Medizin dar. Während
es Aufgabe der klinisch-praktischen Medizin ist, Krankheiten und Krankheitssymptome
zu therapien, ist es Aufgabe der Umwelthygiene, die aus der natürlichen
und technischen Umwelt auf den Menschen in fördernder oder schädigender
Weise einwirkenden Faktoren vorort und im Labor zu untersuchen, ihre Wirkungsweise
aufzuklären und aus ärztlicher Sicht zu bewerten. In zunehmendem
Umfang wird beobachtet, daß Befindlichkeitsstörungen und Krankheitssymptome
bis hin zu manifesten Krankheitsbildern auftreten, als deren Ursache schädigende
Einflüsse der Umwelt angenommen werden.
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