Ambulante
Operationen
Die Geschichte der Operation ist historisch stets auch eine Geschichte
ambulanter Operationen. Erst seit gut 100 Jahren gibt es Krankenhäuser,
und besonders im Nachkriegsdeutschland wurden, politisch gewollt! - immer
mehr Betten geschaffen, die gefüllt werden mußten. Dies führte
dazu, daß im Ausland ambulant durchgeführte Operationen im
in dieser Hinsicht rückschrittlichen Deutschland nicht zuletzt auch
wegen mangelhafter Vergütung überwiegend stationär geleistet
wurden.
Mittlerweile wird unter dem Aspekt der Kostendämpfung im Gesundheitswesen
das ambulante Operieren gefördert und ist grundsätzlich in Verbindung
mit modernisierten Operations-, Anästhesie- und Nachsorgeverfahren
auch zu begrüßen. Das Bewußtsein der Bevölkerung
hat das ambulante Operieren längst aufgenommen.
All das ändert nichts daran, daß sich an der Biologie der Wundheilung
und damit auch der wichtigsten möglichen Komplikationen nichts geändert
hat und absehbar nichts ändern wird, ...
... dass die Grundsätze der Sicherung des Patienten unverändert
im Vordergrund aller Abwägungen stehen müssen,
... dass die Verantwortung für das Wohlergehen des Patienten niemand
dem Operateur abnehmen kann und darf,
... dass folglich die Entscheidung über die ambulante oder aber stationäre
Durchführung einer Operation immer die Entscheidung des Operateurs
sein und bleiben muß in Abstimmung mit der Entscheidung des aufgeklärten
Patienten.
Aus der ambulanten Durchführung der Operation darf dem Patienten
im Vergleich zur Operation unter stationären Bedingungen kein Nachteil
erwachsen. Diese Grundlage bedingt bei der Indikationsstellung zur Durchführung
eines ambulanten operativen Eingriffes naturgemäß eine angebrachte
Vorsicht, wenn nicht Zurückhaltung.
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